Ratgeber

Ab welchem Wert lohnt sich Einzeleinstellung?

Die Frage kommt in jeder zweiten Diskussion, und jede Antwort mit einer festen Zahl ist falsch. Was die Schwelle bestimmt, sind drei Größen, die bei jedem Verkäufer anders aussehen.

Warum es keine allgemeingültige Zahl gibt

Wer 50 Cent nennt, rechnet mit seinem eigenen Aufwand, seinem Versandweg und seinem Sortiment. Bei jemandem, der ohnehin täglich Pakete packt, liegt die Schwelle woanders als bei jemandem, der einmal die Woche zur Post geht. Deshalb steht hier die Rechnung statt des Ergebnisses.

Die drei Kosten je Karte

Alles, was zwischen dem Verkaufspreis und dem, was übrig bleibt, verschwindet, fällt in eine dieser drei Kategorien.

  • Verkaufsgebühr: ein Anteil des Preises. Steigt mit dem Preis, ist bei billigen Karten also selten das Problem.
  • Versand und Verpackung: fällt je Sendung an, nicht je Karte. Eine einzeln verkaufte 30-Cent-Karte trägt den ganzen Betrag allein.
  • Dein Aufwand: Minuten für Zuordnen, Einstellen, Heraussuchen und Packen, mal deinem Stundensatz.

Die Rechnung

Was bleibt = Verkaufspreis − Verkaufsgebühr − anteiliger Versand − (Minuten je Karte × Stundensatz ÷ 60). Die Schwelle ist der Preis, bei dem dieses Ergebnis auf null fällt. Alles darunter kostet dich Geld, sobald du es einzeln behandelst, nicht weil es unverkäuflich wäre, sondern weil der Aufwand den Ertrag frisst.

Was ein Stapel daran ändert

Zwei Größen bewegen sich, sobald mehrere Karten in einer Bestellung liegen: Der Versand teilt sich auf, und der Aufwand je Karte sinkt, weil Zuordnen und Einstellen einmal für den ganzen Stapel passieren. Genau deshalb verschiebt Bulk-Erfassung die Schwelle nach unten, sie ändert nicht den Preis, sondern den Nenner.

Der häufigste Rechenfehler

Den eigenen Aufwand mit null anzusetzen, weil „die Zeit sowieso da ist". Das ist dieselbe Rechnung, mit der sich jeder Kleinbetrieb reicher rechnet als er ist. Wer keinen Stundensatz einsetzen will, setzt wenigstens die Minuten ein und schaut sich am Monatsende an, wie viele Stunden zusammengekommen sind.

Preisreferenzen sind Richtwerte

Die Cardmarket-Referenzen, die CardEntry je Version danebenlegt, Durchschnitt, Tiefstpreis, Trend, sind ausdrücklich unabhängig vom Zustand und keine Bewertung deiner Karte. Für die Schwelle taugen sie als Größenordnung, nicht als Verkaufspreis.

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